Macbook Grafik für Blog zum Thema Targeting und Content-Marketing

Zielgruppen und Targeting – das Netz kennt jeden!

Targeting ist möglich, weil die Netzgiganten perfekte Userprofile erstellen.

Wir sind im Netz unterwegs und hinterlassen unablässig Spuren. Das ist so und wer sich daran wirklich stört, kann hier sofort aufhören zu lesen, den Stecker ziehen und sich aus der digitalen Welt verabschieden. Kein Handy, kein Internet und keine Sozialen Netze, dann ist man so gut wie raus und erschwert das Targeting. Wer die Segnungen der digitalen Welt nutzt, muss sich im Klaren sein, dass Big Data Realität ist. Punkt. Das ist Fluch und Segen zugleich. Denn Big Data macht es möglich, dass Zielgruppen exakt ermittelt und eingekreist werden können – wir sprechen im digitalen Umfeld von Targeting.

Wasch mich aber mach mich nicht nass – geht nicht!

Was regen sich manche Leute auf, wenn es um Daten im Internet geht. Die wildesten Theorien kursieren in Sachen Verlust der Privatsphäre in Verbindung mit der Datensammelwut der Netzgiganten. Andererseits genießen fast alle User den stetig wachsenden Komfort den uns Suchmaschinen, Unternehmen und Toolanbieter bieten. Das Spannungsfeld zwischen Verschwörungstheorie und Netzprotest soll hier aber nicht das Thema sein. Unternehmen wie Google, Apple, Facebook und Co. aber auch der freundliche Online-Händler tragen eine Menge Informationen über Ihre User und Kunden zusammen und all das, was da gesammelt wird, kann als Basis für das Targeting betrachtet werden. Ein bisschen ist es wie bei Voltaire, der in seinem Roman “Candide oder der Optimismus” die Frage nach dem “Leben in der besten aller möglichen Welten” aufgriff und sich kritisch mit dieser These auseinandersetzte. Wir leben wohl in der besten verfügbaren digitalen Welt – mit allen Vor- und Nachteilen und eben auch mit dem Targeting.

 

User hinerlassen immer Spuren. Immer!

  1. Ob Google, Yahoo oder andere Suchmaschinen. Alle kennen unseren Suchverlauf ohne Wenn und Aber. Die Internetanbieter wissen welche Seiten wir jemals besucht haben. Verschleiern und verstecken ist nicht möglich. Auch nicht wenn wir das Knöpfchen “privates Browsen” drücken.
  2. Alter, Geschlecht, Interessen, Aufenthaltsorte – wir haben praktisch keine Chance, all dies vor Google und Konsorten zu verbergen. Und selbstverständlich schaffen diese Daten die Grundlage für gutes Targeting und gezieltes Ausspielen von Werbung. Selbst unsere Gemütsverfassung und die Qualität von Beziehungen kann auf Basis unserer Statusupdates und Aktivitäten ermittelt werden.
  3. Wo wir uns aufgehalten haben ist Google natürlich bekannt – wenn man ein Android Smartphone im Einsatz hat. iPhone Besitzer sollten sich jetzt nicht zu früh freuen, auch sie werden lokalisiert – allerdings besteht die Möglichkeit die Funktion Standortverlauf zu deaktivieren.
  4. Wer nicht Mitglied eines Wanderzirkus ist oder aus anderen Gründen kaum länger als ein paar Stunden am gleich Ort verweilt, liefert Google übrigens die Daten, die nötig sind um herauszufinden wo man wohnt. Ab dem Androidbetriebssystem Jelly Bean 4.1 kann Google ermitteln und trennen wo wir uns mehrere Stunden am Tag aufhalten und wo wir im Regelfall die Nacht verbringen. Somit ist Google nach ein paar Tagen klar, wo wir arbeiten und wo wir offensichtlich schlafen, sprich Zuhause sind.
  5. Kundenkarten, Kreditkarten, Rabattsysteme etc. versorgen uns mit hübschen Prämien und Einkaufsvorteilen. Wir machen dafür unser Einkaufsverhalten sichtbar und geben den anbietenden Unternehmen bereitwillig Informationen für zielgruppengenaues Targeting.
  6. “Siri, kannst du ein Geheimnis für dich behalten?” Was für eine dämliche Frage – natürlich nicht. Ob Siri oder Cortana ist egal, diese Schwatzbasen geben so ziemlich alles an ihre Stammhäuser weiter.
  7. Cookies sind allgegenwärtig. In vielerlei Hinsicht sind sie nicht zwangsweise kritisch zu betrachten. Doch wer allzu großzügig mit ihnen verfährt, öffnet ebenfalls Tür und Tor in voller Breite. Infos über die größten Cookie-Irrtümer findet ihr hier.

Man könnte diese Liste sicher noch weiter fortsetzen. Doch machen wir es an dieser Stelle einfach kürzer und sehen den Tatsachen ins Auge. Fotos, die per Handy geschossen werden enthalten Geodaten. Selbst dann, wenn wir die Funktion “Ort-taggen” deaktivieren. In den Metadaten bleiben Infos zur Geo Location in weiten Teilen erhalten. Und viele Apps, die das Smartphone-User-Leben leichter machen sind mehr oder weniger aktive Spione. Artig fragen die Apps beim Einrichten, ob sie auf private Daten wie z. B. das Adressbuch zugreifen dürfen – wer zustimmt plaudert nun aus dem Nähkästchen. Wer nicht zustimmt stellt häufig fest, dass die App nicht oder nur eingeschränkt funktioniert. Warum um alles in der Welt möchten die “Angry Birds” auf die Kontakte zugreifen? Warum wollen manche Apps Zugriff auf das Mikrofon? Fragen über Fragen. Dabei ist die Antwort einfach: Geben und Nehmen – so lauten die Regeln. Und diese Regeln schaffen die Grundlage für Targeting.

Facebook ist wohl in der Lage ein recht genaues Psychogramm seiner User zu erstellen. Was wir liken, lesen, selbst posten, verlinken etc. bietet offenbar die Grundlage um festzustellen ob wir verliebt, traurig, erfolgreich oder happy sind. Ob Mark Zuckerberg nun mehr über uns weiß, als unsere ziemlich besten Freunde im Real Life – möglich wäre es. Aber letztlich meint es Facebook doch nur gut mit uns, schließlich sollen wir nur das sehen, was uns wirklich interessiert.

Darüber kann man schockiert sein, doch die digitale Kugel ist längst am Rollen. Aus Sicht der Werbetreibenden ist das natürlich eher gut. Datenschutzapostel neigen eher zum Weinkrampf. Postiv ist, dass Werbemaßnahmen durch gutes Targeting sehr gezielt ausgetragen werden. Die Tendenz geht dahin, dass wir wirklich nur das angeboten bekommen, was unseren Interessen entspricht. Und schließlich ist Targeting nicht alles, es gibt ja auch Adblocker, damit können sich alle, die es nicht so mit Werbung haben, durchaus vor digitaler Werbung schützen.

Nutzerprofile werden nicht nur für das werbliche Targeting genutzt.

Wer nun also die böse, böse Werbeindustrie auf der Latte hat, sollte allerdings bedenken, dass die Nutzerprofile für ganz andere Zwecke genutzt werden. Versicherungen versuchen über Nutzerprofile Risiken besser einschätzen zu können. KFZ-Versicherer bieten günstigere Tarife an, wenn man sich eine Blackbox ins Auto baut. Mit einem solchen Gerät handelt man sich viel Überwachung für ein bisschen Ersparnis ein – freiwillig versteht sich! Behörden nutzen die Erkenntnisse die Big-Data zur Verfügung stellt. Gleiches kann für die Gewährung von Krediten gelten. Und das viele Unternehmen Netzrecherche betreiben, bevor über die Anstellung von Personen entschieden wird, ist nichts Neues. Wo Big-Data ist, ist Targeting nicht weit.

 

Diese Dienste bieten ausgewertete Nutzerdaten an:

Da in den Vereinigten Staaten die rechtliche Situation eine andere ist, sind die USA auf diesem Sektor wieder einmal Vorreiter.

  • Das Angebot „Accurint for Law Enforcement“ des Datenbankdienstleisters LexisNexis bietet Behörden die Möglichkeit, nach einzelnen Personen zu recherchieren und bedient sich dabei auch der Daten von sozialen Netzwerken.
  • Ähnlich dazu bietet die Personensuchmaschine Spokeo seinen Nutzern (jedem zugänglich) ausführliche Profile bestimmter Personen (u. a. Angaben zu persönlichen Beziehungen, Vermögen und Religion); einer der Werbeslogans lautet: „Personalchefs – Hier klicken!“

Nicht ganz so weit gehen Internetdienste in Deutschland. Wer etwas über Personen wissen möchte, muss aber nicht sämtliche Netzwerke einzeln abklappern. Anbieter wie www.netzausglas.de , ixquick oder Yasni tragen einiges zusammen.

Auch Softwareanbieter sammeln Daten.

Wie immer wieder zu lesen und zu hören ist, sammeln auch die Softwareanbieter die eine oder andere Information. Für die, die sich tiefgehend damit auseinandersetzen möchten einige Links – hier sind Experten aktiv, die sich mit Software und deren Sicherheit beschäftigen:

 

Es wäre schön zu erfahren, welche Tools Ihr kennt und zum Targeting einsetzt. Ferner ist auch eure Meinung zur Datensammelwut der “Netzgiganten” interessant.  Es wäre schön und hilfreich, wenn wir Feedback zu den Inhalten erhalten würden. Als Werbeagentur sind wir natürlich angetan von allem, was zielgerichtete Kommunikation mit Zielgruppen ermöglicht. Allerdings halten wir Privatsphäre und Datenschutz für auspgesprochen wichtig. Bei den Medizinern heißt es: “Die Dosis macht das Gift”.  Irgendwie gilt das aus unserer Sicht auch für die Kommunikationsarbeit. So lehnen nicht wenige unserer Werbeagentur Kunden dynamisches Remarketing ab, weil sie sich selbst davon belästigt fühlen. Hierzu sind eure Meinung und eure Erfahrungen ebenfalls sehr interessant für uns. Grundsätzlich freuen wir uns über jede Anregung und jeden Kommentar. Danke.

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